Dr. Mathias Jung referiert

Beziehungsgeflechte im Jülicher Bonhoefferhaus
Von Redaktion [04.10.2013, 10.34 Uhr]

Jede und jeder hat sie: Eltern-Kind-Beziehungen. Noch im Älterwerden können Elternbeziehungen uns berühren und umtreiben. Zu erzählen wäre von gelungenen Beziehungen, aber auch von Dramen, Wunden, Verletzungen, ja misslungenen Beziehungen. Eine Geschichte der versäumten Möglichkeiten, der Kränkungen und Traumatisierungen, aber auch der verschwenderischen Liebe, der Prägungen, der unzerstörbaren Bindung und Zuwendung. Ein Thema, das auch nach dem Tod der Eltern so manche noch umtreibt.

Der Philosoph und Psychologe Dr. Mathias Jung erfährt in seiner Praxis immer wieder davon. Die Mehrheit erinnert sich mit „gemischten Gefühlen“ an die Kindheit. Die Gefühle können auch aus Hass bestehen. Wie viel leichter wäre Verzeihung, Versöhnung – doch der Weg dorthin stelle sich nicht einfach ein, er sei vielmehr ein „wachsender Prozess, der gut gepflegt sein will“, beschreibt Mathias Jung.

Da berichtet jemand, „wenn ich an meine Mutter denke, dann ist da Bitterkeit, denn die Narben auf der Seele bleiben für immer, heilen nicht und brechen von Zeit zu Zeit auf“.

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Zugespitzt stellt Jung fest: Unser Gehirn ist ein ideales Warenlager für ätzende Erinnerungen und Ohnmachtsgefühle aus der Kindheit. Immer wieder kehren wir in dieses Museum der Verletzungen zurück und machen hier regelrechte Führungen für Fremde: „Das hat mir mein Vater angetan. So bin ich wegen meiner Mutter geworden!“

Geht es um die Pflicht oder die Chance der Versöhnung? Wer soll den ersten Schritt tun? Wie könnte er aussehen? Was wenn die Eltern längst gestorben sind, aber die Wund noch offen ist?

Der Psychologe und Philosoph Dr. phil. Mathias Jung wird dieser Thematik am Freitag, 4. Oktober, um 19 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30 in Jülich nachgehen und zu gehende Wege aufzeigen.

Neben seiner Praxis im Dr. Max-Otto-Bruker-Haus in Lahnstein ist er bekannt mit seinen zahlreiche Veröffentlichungen im Themenbereich der Psychologie. Er ist deutschlandweit ein sehr gefragter Referent. Erstmalig ist er in Jülich zu hören. Die Gebühr beträgt 5 Euro. Die Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Jülich bittet um Anmeldung unter ??02461/ 9966-0.


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