„Overbacher Weinkulturwelten“

Die Symbolkraft der Rebe in Barmen entdecken
Von tee [30.09.2013, 15.00 Uhr]

Dr. Rudolf Angermayr, praktizierende Kinderarzt und Weinakademiker.

Dr. Rudolf Angermayr, praktizierende Kinderarzt und Weinakademiker.

Es ist keine Beliebigkeit, dass die „Overbacher Weinkulturwelten“ sich am Samstag, 12. Oktober, den Interessierten öffnen: Der Orden der Oblaten des hl. Franz von Sales wurde just an diesem Tag vor 140 Jahren im rebenverwöhnten Troyes in der Champagne gegründet. Die Ordensbrüder in Haus Overbach laden daher zu einer besonderen Weinverkostung mit französischen Liedern ein.

Lohnend ist es, sich einmal tiefer in die Bedeutung der Weinkultur zu vertiefen. „Es war ein Lebens-Mittel in des Wortes tiefster Bedeutung, und er war in harten Zeiten wohl auch ein Überlebensmittel“, erklärt der Hausherr von Overbach, Pater Josef Költringer. „Anders als die Griechen, die im Weingenuss in erster Linie Rausch und Ekstase suchten, sahen die Israeliten darin vielmehr einen Prüfstein dafür, wie der fromme Jude es mit der Eigenschaft der Mäßigkeit hielt.“

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Kaum erläutert werden muss, wie eng die Verknüpfung der christlichen Kultur mit dem Wein ist. Im Alten und Neuen Testaments finden sich rund 1200 Anspielungen auf den Wein, die Reben und die Winzer. Nicht nur, dass Jesus gleich in seinem ersten Wunder Wasser in Wein verwandelte, er sagt im Johannes-Evangelium „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“. Als erster Winzer der Bibel darf übrigens Noah gelten, wie Pater Költringer erläutert, gleichzeitig sei er auch als erster Trunkenbold in die biblische Geschichte eingegangen. Weniger martialisch denn erotisch sind einige jener bekannten Stellen im Hohelied der Liebe, das mit Versen wie „deine Brüste gleichen Weintrauben, dein Gaumen ist wie guter Wein (HL 7,9) oder „dein Schoß ist wie ein Kelch“ (HL 7,3), und „zu den schönsten und gleichzeitig erotischsten Wein-Elogen zählt“.

„Ob als Medizin, als Genussmittel zum Feiern oder Vergessen, der Rebensaft war im Gegensatz zu heute ein Billiggetränk, das in großen Mengen zur Verfügung stand“, erklärt Pater Költringer den Unterschied zur Gegenwart. Und so ist am Gründungstag, 12. Oktober, der Wein ein Festgetränk – nicht nur für die Oblaten des Hl. Franz von Sales, sondern für alle Seminarteilnehmer im Haus Overbach.

Info:
Dr. Rudolf Angermayr, praktizierende Kinderarzt und Weinakademiker, wird am Samstag, 12. Oktober, ab 19 Uhr „Die Kunst, Wein zu genießen“ im Barmener Haus Overbach in Theorie und Praxis vermitteln.

Anmeldungen zu den „Overbacher Weinkulturwelten“ unter info@overbach.de möglich, oder telefonisch unter 02461-930600.

Die Seminargebühr kostet 30 Euro.


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