Jülicher Gynäkologie schließt zum Monatsende
Von Kaya Erdem [25.07.2013, 16.23 Uhr]

Foto (© K. Erdem) v.l.: kfm Direktor Michael Hanke, Chefarzt Prof. Gerd Crombach und Oberarzt Ulrich Bergsch vom Marien-Hospital in Düren bei den "Übergabegesprächen" mit dem Jülicher Chefarzt Dr. Tamás Pinter und dem kfm. Direktor Dirk Offermann.

Foto (© K. Erdem) v.l.: kfm Direktor Michael Hanke, Chefarzt Prof. Gerd Crombach und Oberarzt Ulrich Bergsch vom Marien-Hospital in Düren bei den "Übergabegesprächen" mit dem Jülicher Chefarzt Dr. Tamás Pinter und dem kfm. Direktor Dirk Offermann.

Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Jülich schließt die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe zum 31. Juli 2013 und informiert darüber, dass ab jetzt keine gynäkologischen oder geburtshilflichen Patientinnen mehr aufgenommen werden können. „Durch die aktuelle Personalsituation können wir die erforderliche fachliche Betreuung, insbesondere der geburtshilflichen Patientinnen, nicht mehr gewährleisten“, so Dirk Offermann, kaufmännischer Direktor des Jülicher Krankenhauses.

Die Elternschule im St. Elisabeth-Krankenhaus wird fortgeführt, um den werdenden Eltern im näheren Umkreis ein ortsnahes und umfangreiches geburtshilfliches Kursangebot zu bieten. Die Kurse werden unter anderem durch kompetente Hebammen des St. Marien-Hospitals durchgeführt. Eventuelle Lücken, die durch den Wegfall der bisherigen Kursleitungen entstehen, können so unterbrechungsfrei geschlossen werden.

Den gynäkologischen und geburtshilflichen Patientinnen und niedergelassenen Ärzten empfiehlt Offermann, sich zukünftig zum 15 km entfernten St. Marien-Hospital in Düren zu orientieren. Bereits vorher hatten beide Standorte im Rahmen des ctw-Krankenhausverbundes miteinander kooperiert. Das geburtshilfliche Zentrum im St. Marien-Hospital steht bereit, um die Betreuung aller Patientinnen, die eine Behandlung oder Geburt im Jülicher Krankenhaus geplant hatten, zeitnah sicherzustellen, sofern sie das wünschen.

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Die geburtshilfliche Abteilung in Düren-Birkesdorf ist mit jährlich annähernd 1200 Geburten die größte Geburtsklinik in der Region Aachen und verfügt damit auch über die umfänglichsten Erfahrungen bei allen Arten von Entbindungen. Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Marien-Hospitals wurde im Bereich Risikogeburten zum wiederholten Mal von der Zeitschrift FOCUS GESUNDHEIT ausgezeichnet und gehört bundesweit zu den empfehlenswerten Kliniken. In der aktualisierten Befragung für die Juni-Ausgabe der FOCUS GESUNDHEIT Klinikliste 2013 rangiert die Abteilung nach 2012 erneut unter den Top 50 Geburtskliniken in Deutschland.

Die stationären Patientinnen im St. Elisabeth Krankenhaus in Jülich werden bei gynäkologischen Fragestellungen ab dem 1.8.2013 wöchentlich durch Prof. Dr. med. Gerd Crombach (Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe im St. Marien-Hospital) und Ulrich Bergsch (leitender Oberarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe im St. Marien-Hospital) vor Ort konsiliarisch mitbetreut.

Die Schließung der Jülicher Gynäkologie und Geburtshilfe war notwendig geworden, weil sie bereits seit Jahren defizitär arbeitete und ständig unterbelegt war. „Allerdings bieten sich nach unserer Ansicht dadurch auch Chancen für das St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich“, so der kaufmännische Direktor Dirk Offermann. Die Anstrengungen für eine langfristige Standortsicherung sind in vollem Gange.

Um der demografischen Entwicklung gerecht zu werden, ist die Eröffnung einer geriatrischen Abteilung beantragt und die Strukturvoraussetzungen dafür werden derzeit geschaffen. Die Altersheilkunde (Geriatrie) behandelt speziell die im Alter typisch und besonders oft, meist gleichzeitig (Multimorbidität), auftretenden Gesundheitsstörungen und verbindet dies mit Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiedererlangung der (Teil-) Mobilität und Selbstständigkeit der Patienten.


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