Kinoprogramm

Im KuBa vom Ostwind bis zu Müllbergen treiben
Von Redaktion [05.06.2013, 08.21 Uhr]

Wenn Mikas den "Ostwind" im Kinderkino am Montag, 10. Juni, gezähmt hat, erwartet die großen Kinofreunde am Abend kein entspanntes "Wochenende". Auch damit sind die Probleme noch nicht gelöst, denn am Mittwoch, 12. Juni zeigt das KuBa-Kino in Kooperation mit Bündnis 90/Grüne den "Müll im Garten von Eden."

Kann Mika den Ostwind zähmen?

Kann Mika den Ostwind zähmen?

Pferdefreunde und solche, die es werden wollen können um 17 Uhr den Wutanfall von Mika begleiten. Weil sie die Versetzung in die nächste Klasse nicht geschafft hat und obendrein mit ihrer Freundin aus Versehen das Auto ihres Lehrers abgefackelt hat, verkünden ihre Eltern eine Planänderung: Statt Feriencamp heißt es nun, den Sommer lang zu büffeln – und das ausgerechnet auf dem Pferdegestüt ihrer strengen Großmutter.

Obwohl Mika keine Ahnung von Pferden hat, hat sie dort ganz andere Dinge im Kopf, als sich hinter Büchern zu verstecken und sich vom Stallburschen Sam bewachen zu lassen. In der dunkelsten Box des Pferdestalls findet sie den wilden und scheuen Hengst Ostwind. Weder Michelle, die beste Springreiterin am Hof, noch Mikas Großmutter können das gefährliche Pferd bändigen. Magisch angezogen von dem nervösen Tier, schleicht sich Mika trotz aller Warnungen heimlich in den Stall. Das ist der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft, denn Mika entdeckt dabei ihre wahre Leidenschaft und ganz besondere Gabe: Sie versteht die Sprache der Pferde! Wird sie es schaffen – entgegen aller Widerstände – Ostwind zu zähmen?

Eine Top-Besetzung hat sich Regisseurin Katja von Garnier, die mit "bandits" und "Abgeschminkt" schon ungewöhnliche Filme präsentierte, für den Film "Ostwind" gewonnen und ist gleich für den "Kinder-Medien-Preis 2013" nominiert worden. Neben Hauptdarstellerin Hanna Binke, die übrigens Anwärterin in der Kategorie "Hauptdarstellerin" ist, spielen Cornelia Froboess, Tilo Prückner, Nina Kronjäger, Jürgen Vogel und Detlev Buck.

Der Kinder-Medien-Preis wird bereits im 12. Jahr verliehen. Die Preisverleihung für die Gewinnerfilme findet am 30. Juni 2013 im Rahmen des Münchner Filmfests statt, wo (fast auf den Tag genau) 16 Jahre zuvor "bandits" damals seine Weltpremiere feierte.

Nachdem der "widerspenstigen Zähmung" kommen auf die Besucher im KuBa um 20 Uhr andere Probleme zu: Das "Wochenende" startet unter anderem mit Katja Riemann, Sebastian Koch, Tobias Moretti und Barbara Auer.

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Am "Wochenende" bleibt das Lachen schon mal im Halse stecken.

Am "Wochenende" bleibt das Lachen schon mal im Halse stecken.

Ingas (Katja Riemann) geordnetes Leben gerät ins Wanken, als ihre Freundin Tina Kessler sie zu einem Treffen mit Freunden in ihr Landhaus einlädt. Der Anlass könnte für Inga nicht schockierender sein: Ihre Jugendliebe, das ehemalige RAF-Mitglied Jens Kessler, wird überraschend nach 18 Jahren Haft entlassen. Inga will zunächst absagen, doch auf Drängen ihres Mannes Ulrich nimmt sie die Einladung an. Sie verspürt wenig Lust, den Vater ihres gemeinsamen Sohnes Gregor wieder zu sehen. Im Landhaus angekommen, treffen Inga und Ulrich auch auf Henner, der damals zu ihrem engsten Kreis gehörte.

Was als Willkommenswochenende gedacht war, gerät zu einer Reise in die Vergangenheit. Alte Konflikte und Anschuldigungen kommen wieder auf, und Jens‘ brennende Frage, wer ihn damals verraten hat, scheint in den Hintergrund zu treten. Alte und neue Überzeugungen und Lebensentwürfe prallen ungebremst aufeinander. Die Situation eskaliert, als Gregor unerwartet auftaucht - auch er hat mit seinem Vater Jens eine offene Rechnung.

Offene Rechnungen gibt es auch in Sachen Umwelt: Regisseur Fatih Akin hat sich Gedanken gemacht über den "Müll im Garten Eden" und lässt die Jülicher Kinobesucher am Mittwoch, 12. Juni, um 20 Uhr daran teilhaben.

Camburnu ist ein kleines Bergdorf im Nordosten der Türkei. Dank des mild-feuchten Klimas des Schwarzen Meeres leben die Bewohner seit Generationen vom Teeanbau, von der Fischerei und im Einklang mit der Natur. Doch die Idylle ist gefährdet, als die Regierung vor zehn Jahren den Beschluss fasst, direkt oberhalb des Dorfes eine Mülldeponie zu bauen. Trotz der Proteste des Bürgermeisters und der Dorfbewohner entsteht eine Anlage, die wichtige Sicherheits- und Baustandards nicht erfüllt und fortan durch Unfälle und Havarien kontinuierlich die Umwelt verschmutzt. Die Luft ist verpestet, das Grundwasser verseucht, in der alljährlichen Regenzeit spült das Wasser den Müll die Abhänge herunter, Vogelschwärme und streunende Hunde belagern das Dorf. Den Teebauern, deren Plantagen unterhalb der Deponie liegen, ist die Lebensgrundlage genommen. Die Folgen sind verheerend und für jeden sichtbar und dennoch werden täglich weitere Tonnen Müll in die Deponie gefahren.

Der preisgekrönte Filmemacher Fatih Akin ("Gegen die Wand", "Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul") kommt 2006 nach Camburnu, um im Heimatdorf seiner Großeltern das Finale seines Spielfilms "Auf der anderen Seite" zu drehen. Als er von der drohenden Umweltkatastrophe erfährt, entscheidet er, mit seinen Mitteln dagegen anzukämpfen. Mehr als sechs Jahre dokumentiert er den Kampf des kleinen Dorfes gegen die mächtigen Institutionen, hält auch die unweigerlichen Katastrophen fest, die das ehemalige Paradies immer wieder heimsuchen. "Müll im Garten Eden" ist zugleich ein bemerkenswertes Porträt der türkischen Gesellschaft abseits der Metropolen und ein bewegendes Plädoyer für Zivilcourage.


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