Vier Aufführungen der "Bühne 80"

"Der Neurosenkavalier" turtelt in Jülicher Stadthalle
Von Redaktion [25.03.2013, 08.46 Uhr]

Das erfolgreichste deutsche Boulevardstück der letzten zwei Jahrzehnte bringt die Bühne 80 in der Jülicher Stadthalle viermal zur Aufführung: "Der Neurosenkavalier" versprüht am 20./21. April und am 26./27. April seinen Charme.

Probenszene: Peer Kling und Andreas Hardt im "Neurosen-Kavalier"

Probenszene: Peer Kling und Andreas Hardt im "Neurosen-Kavalier"

Psychotherapie ist zu einer Dienstleistung mit ständig steigender Nachfrage geworden. Jeder Dritte bei uns in der Bundesrepublik ist in seinem Seelenhaushalt gestört. Depressionen, Neurosen und Psychosen greifen immer mehr um sich. Eine Unzahl von psychotherapeutischen Praktiken und Theorien verheißen Abhilfe. Das Angebot ist enorm: Urschrei-Therapie, Gestalt-Therapie, Sex-Therapie - Analyse, Hypnose, Buddhismus - Autogenes Training, Sensitives Training, Gruppentraining - und so weiter, und so fort. Wer soll sich da noch auskennen?...

Es ist einfach zu schön, wenn Felix Bollmann (Andreas Hardt), ein gesuchter Warenhausdieb, der, verkleidet als Weihnachtsmann und auf der Flucht vor der Polizei, zufällig in die Praxis eines Psychiaters gerät und bar jeden wissenschaftlichen Selbstzweifels, dafür mit Witz und Menschenkenntnis notgedrungen äußerst unkonventionell drauflos therapiert. Denn, womit er nicht gerechnet hat – er wird von der Sprechstundenhilfe Frau Engel (Claudia Cormann-Wiersch) als Vertretung für Professor Otto bereits sehnsüchtig erwartet. Die ersten Patienten stehen vor der Tür, da hilft nur, sich der Herausforderung zu stellen und als Dr. de Witt sein Bestes zu geben, um selbst nicht aufzufliegen.

Eins muss man „Bolli“ aber lassen: Zuhören kann der falsche Psychiater, egal ob es um ein vom Vater verursachtes Bikini-Trauma einer an sich sehr erfolgreichen Schriftstellerin geht (Evelyn Wirtz) oder um die Vorgesetztenphobie eines frustrierten Finanzbeamten (Peer Kling), der auch noch glaubt Elvis zu sein, oder aber um eine reiche Witwe (Hannah Biener), die, wie er, dem Drang zu Stehlen nicht widerstehen kann. Felix Bollmann heilt sie alle. Denn, wie schon gesagt, in unserer stressgeplagten Zeit, in der alle immer nur aneinander vorbeireden, ist Zuhören schon die halbe Miete.

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Gewisse Komplikationen bleiben dennoch nicht aus. Zum Beispiel als der richtige Dr. de Witt (Andreas Kupka) auftaucht, der zunächst zwar das Feld räumt, aber dann doch immer wieder erscheint und für Irritationen sorgt, weil er sich unsterblich in Frau Engel verliebt hat. Als dann auch noch ein Polizeiinspektor (Henning Achenbach) behandelt werden will, der seine Depressionen einem allzu erfolgreichen diebischen Weihnachtsmann verdankt, wird es für Felix Bollmann kritisch. Aber alles wird gemeistert, alles wird gut – vor allem die Vorstellung, auf die sich das Publikum richtig freuen kann.

Unter der Regie von Bert Voiss schlüpft Andreas Hardt in die Rolle des Neurosen-Kavaliers Felix Bollmann. Seine Sprechstundenhilfe Frau Engel gibt Claudia Cormann-Wiersch, und den Kollegen
Doktor de Witt, den Nervenarzt, spielt Andreas Kupka. In weiteren Rollen sind Evelyn Wirtz als Claudia Carrera, eine frustrierte Bestsellerautorin, Peer Kling als Jürgen Appelhans, einen wahn-witzigen Finanzbeamten, Hannah Biener als kleptomatische Witwe, Sybille Bast, eine kleptomanische Witwe, und Henning Achenbach als Herr Maiwald, ein depressiver Kriminalkommissar, zu sehen.

Der Kartenvorverkauf läuft. Tickets gibt es in der Kleinen Kö bei "Die Fotografinnen", der Buchhandlung Fischer, Kölnstraße 9, und im "Rosengarten" am Markt zu 7 Euro je Karte. An der Abendkasse kosten sie 7,50 Euro.

Aufführungstermine der Komödie „Neurosenkavalier“ in der Stadthalle Jülich: Samstag, 20. April, 20 Uhr; Sonntag, 21. April, 18 Uhr; Freitag, 26. April, 20 Uhr; Samstag 27. April, 20 Uhr.


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