Abschlussklasse besucht die Aachener Synagoge

Jülicher Realschüler auf Tuchfühlung mit jüdischem Glauben
Von Redaktion [01.07.2012, 14.50 Uhr]

Mehrere Wochen hat sich die Klasse 10a der Realschule Jülich mit dem Thema „Rassistischer Antisemitismus im Dritten Reich“ beschäftigt. Mit großem Interesse und Engagement sichteten die Schüler eine Fülle von Texten, sahen sich Filme an und erstellten Plakate.

In den Fächern Politik, Geschichte und Religion wurden entsprechende Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln aufgegriffen: Wie konnte es dazu kommen? Wieso haben so viele Deutsche mitgemacht? Wie hat sich die Kirche verhalten? Was bedeutet die Schoa, die systematische Ermordung von Millionen von Juden in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten, für das Miteinander von Juden und Christen heute?

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Besonders eindrücklich waren der Besuch im EL DE - Haus, dem ehemaligen Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei in Köln, und das Gespräch mit einer Zeitzeugin, die die Auswirkungen der Judenverfolgung am eigenen Leib erfahren hatte. Den Abschluss der Unterrichtsreihe bildete ein Besuch der Schüler in der Aachener Synagoge, der auf Vermittlung von Gabriele Spelthahn, der Vorsitzenden der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz, zustande gekommen war.

Begleitet wurden die Schüler dabei von ihren Lehrerinnen Tinka Mühle und Jill Schulleri sowie dem Schulseelsorger Ralph Loevenich. Rabbiner Max Bohrer hieß die Gäste aus Jülich willkommen und machte sie sowohl mit der Synagoge als auch mit dem grundlegenden Selbstverständnis des jüdischen Glaubens vertraut. Schüler und Lehrer nahmen die Begegnung mit dem Rabbiner dankbar auf und kehrten mit einem wichtigen Impuls in ihren Schulalltag zurück: Das Fremde, das man sich vertraut macht, schafft die Basis für ein friedvolles Miteinander, das geprägt ist von gegenseitigem Respekt.


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