43. internationale IFF-Ferienschule

Jülich: Streumethoden als Rüstzeug der Forschung
Von Redaktion [05.03.2012, 10.44 Uhr]

Die 43. IFF-Ferienschule des Forschungszentrums Jülich startet am Montag, 5. März 2012. Thema sind Streumethoden, mit denen sich der Aufbau von Materialien untersuchen lässt. Rund 250 Studierende und Nachwuchsforscher aus 30 Ländern werden dazu erwartet.

Die zweiwöchige Jülicher Ferienschule ermöglicht jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern schon seit 43 Jahren, ein jährlich wechselndes aktuelles Thema aus der Festkörperphysik, der Physik der sogenannten "Weichen Materie" und der Biophysik zu erlernen. Neben der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte ist auch die Förderung internationaler
Zusammenarbeit ein Ziel der Veranstaltung.

Streumethoden sind wegen ihrer breiten Anwendbarkeit eine wichtige Säule der naturwissenschaftlichen Forschung. "Das meiste, was wir heute über den atomaren Aufbau von Kristallen, Proteinen und anderen festen oder weichen Stoffen wissen, verdanken wir Streuexperimenten", erläutert Prof. Thomas Brückel, Direktor am Jülicher Zentrum für Forschung mit Neutronen sowie am Peter Grünberg Institut. "Praktisch alle Materialien und Phänomene lassen sich heute damit untersuchen. Streumethoden sind deshalb unverzichtbares Rüstzeug für die Forschung, um den großen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, sei es im Bereich Energieversorgung, Gesundheit, Umwelt, Transport oder Informationstechnologie."

Werbung

Die Ferienschule erinnert an die Geburtsstunde der Streumethoden vor 100 Jahren: 1912 wurde die Röntgenstreuung als Methode zur Strukturaufklärung entdeckt und damit die Gitterstruktur von Kristallen nachgewiesen. Rund 40 Jahre später kamen Methoden dazu, die statt Röntgenlicht Neutronen verwenden, später noch Laser- und Synchrotronlicht. Mittlerweile gibt es eine breite Palette von Methoden, die Längenskalen von Metern bis zu Pikometern (= 10 hoch minus zwölf Meter) und Zeitskalen von Stunden bis Femtosekunden (10 hoch minus 15 Sekunden) abdecken.

Für viele fortschrittliche Streumethoden ist die Infrastruktur von Großforschungsanlagen nötig. "Sie produzieren das brillante Licht und die Neutronen, die wir brauchen, um etwa herauszufinden, wie sich Wasserstoff sicher und effizient in festen Medien speichern lässt, oder wie sich Proteine verformen müssen, damit Stoffwechselvorgänge richtig ablaufen", erläutert Prof. Dieter Richter, Direktor am Jülicher Zentrum für Forschung mit Neutronen sowie am Institute of Complex Systems. Deshalb vermittelt die Ferienschule nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen der Streumethoden, sondern stellt auch wichtige Großforschungsanlagen vor.

Eine Blick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten in Europa rundet das Vorlesungsprogramm ab: Zwei herausragende Großforschungsanlagen werden hier in den kommenden Jahren den Betrieb aufnehmen, die Europäische Spallationsquelle in Lund und der Europäische Röntgenlicht-Freie-Elektronen-Laser in Hamburg. Gastredner dieser Einrichtungen erläutern den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus erster Hand die Forschungs- und Arbeitsmöglichkeiten, die die Anlagen in der Zukunft bieten können. Zusätzlich zu rund 45 Stunden Vorlesungen umfasst das Programm auch Institutsbesichtigungen und Exkursionen.

Weitere Informationen:
Programm der 43. IFF-Ferienschule (auf Englisch): www.iff-springschool.de


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2018 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Das JüLicht geht im "Herzog" auf
Das "JüLicht" ist Geschichte – es geht ab sofort im "Herzog" auf – und diesmal gibt es die neuesten Nachrichten nicht nur täglich frisch im Internet, sondern auch jeden Monat als neues Stadt- und Kulturmagazin in gedruckter Form. Wir – Muttkraat, Medien- und Kommunikationsdesigner Hacky Hackhausen und Herzens-Jülicherin und Journalistin Dorothée Schenk – haben fast drei Jahre lang an der „Fusion“ des „kleinen Herzog“, das bis Ende 2017 als Kulturmagazin im Taschenformat erschienen ist und dem Internetmagazin „JüLicht“ geplant und gefeilt.  [30.01.2018, 14.41 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung