Frauen-Union hatte eingeladen

Diskussion um "Atommüll-Lager" in Jülich
Von Redaktion [23.02.2012, 09.10 Uhr]

Zum Diskussionsabend „Rund um die geplanten (CASTOR) Transporte“ lud die Frauen-Union Jülich ein. Die Vorsitzende Ute Mennicken begrüßte Rudolf Printz (FZJ), Dr. Reinhard Lennartz (FZJ), Dr. Christian Götz (BMU) sowie Sabine Verheyen (MdEP) und Josef Wirtz (MdL).

1986 beantragte das FZ die Zwischenlagerung der Brennelemente in Jülich bis ein Endlager zur Verfügung stehe. 1993 wurde die Genehmigung für 20 Jahre erteilt. 2009 stellte es beim Bundesamt für Strahlenschutz den Antrag zur Aufbewahrung der AVR-Brennelemente im Zwischenlager Ahaus und 2010 die Beförderungsgenehmigung für den Transport. Beide Genehmigungen stehen aus.

Dr. Götz berichtete, dass die Castor-Behälter extremen Stresstests standgehalten haben. Die Kugeln sind nicht heiß. Nach wenigen Metern gäbe es nicht mehr Strahlung als in der normalen Umgebung. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die Lagerung des radioaktiven Abfalls unter strahlenschutztechnischen Gesichtspunkten absolut sicher ist und keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe.

Keine Castor-Transporte durch NRW zuzulassen steht im Koalitionsvertrag. Mit Mehrheit wurde dies vor einem Jahr im Landtag beschlossen. Der Transport der Brennelemente wird besonders von den Linken abgelehnt. Wirtz und Verheyen kritisieren deren Aufruf zur Gewalt vor zwei Jahren.

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Verheyen schilderte Europas Umgang mit radioaktiven Abfällen. Sie betonte die Dringlichkeit der Entscheidung für ein Endlager. Den politischen Konsens zum Atomausstieg wertete sie trotz des Unverständnisses der europäischen Nachbarn als positiv. Wie Wirtz ausführte, hat sich die allgemeine Sicherheitslage seit dem 11. September 2001 verändert. Alle bestehenden Zwischenlager müssen angepasst und ertüchtigt werden. Deswegen drängt die Beantwortung der Fragen nach einer sicheren Zwischenlagerung und einer geeigneten Endlagerung.

Zentrale Zwischenlager gibt es in Ahaus, Gorleben und Lubmin. Aufgrund des von der rot-grünen Bundesregierung beschlossenen Aufarbeitungsverbotes von bestrahlten Brennelementen (2001) wurden an allen Kernkraftwerksstandorten dezentrale Zwischenlager gebaut. Das Endlager in Gorleben bleibt umstritten. Viele Experten sehen es als sicherste Lösung an. Nach einem Endlager für den wärmeentwickelnden radioaktiven Abfall, zu denen die Brennelementkugeln gehören, wird gesucht. Printz und Dr. Lennartz bezweifelten, dass das bestehende Lager in Jülich so nachgerüstet werden kann, dass es den neuen Sicherheitsstandards entspricht. Wirtz ist sich sicher, dass die Aufbewahrung in der Lagerhalle nicht möglich ist.

Ein Neubau wäre finanziell nicht tragbar. Die Konzentration auf ein Zwischenlager hielten die Diskussionsteilnehmer für sehr viel sicherer.


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