Jülicher Chirurgie operiert "mit" Neuromonitoring
Von Redaktion [08.09.2010, 11.49 Uhr]

Chefarzt Dr. med. Klaus Hindrichs (li.) und sein OP-Team bei einer Schilddrüsenoperation im Jülicher Krankenhaus unter Einsatz von Neuromonitoring

Chefarzt Dr. med. Klaus Hindrichs (li.) und sein OP-Team bei einer Schilddrüsenoperation im Jülicher Krankenhaus unter Einsatz von Neuromonitoring

In der Chirurgischen Abteilung des St. Elisabeth-Krankenhauses in Jülich ist jetzt eine verbesserte Methode zur Identifikation des Stimmbandnerven an der Schilddrüse möglich. Durch das so genannte Neuromonitoring kann der Operateur die Nervenbahnen im Bereich der Schilddrüse während des operativen Eingriffs besser lokalisieren und identifizieren. Hierbei wird der Stimmbandnerv durch feine Elektroden elektrisch stimuliert und das entsprechende Signal wird akustisch und optisch auf einem Monitor sichtbar gemacht. Die dadurch sichere Erkennung des Stimmbandnerven minimiert das Risiko einer versehentlichen Schädigung oder gar Durchtrennung dieser Struktur erheblich.

Dr. med. Klaus Hindrichs, Chefarzt der Chirurgie im St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich: „Dies war bisher die am meisten gefürchtete Komplikation bei der Durchführung einer Schilddrüsenoperation.

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Die betroffenen Patienten litten bei einer einseitigen Nervschädigung unter einer erheblich abgeschwächten und heiseren Stimme, bei beidseitiger Schädigung sogar unter totalem Stimmverlust, oft verbunden mit starker Atemnot.“ Der erforderliche zusätzliche Zeitaufwand bei der Anwendung des Neuromonitoring ist gering und verlängert die Operation nur um wenige Minuten.

Bei endoskopisch durchgeführten Schilddrüsen-Operationen, bei denen aufgrund einer nicht zu starken Vergrößerung der Schilddrüse sehr kleine Schnitte, ca. 2 cm, möglich sind, ist es mit dem neuen Neuromonitoring-Gerät nicht mehr nötig, Elektroden in den Stimmbandmuskel einzubringen, wie es bei den Vorgängergeräten erforderlich war. So wird die Möglichkeit der vorübergehenden Funktionsstörungen des Stimmbandnerven, die aufgrund von Blutergüssen im Stimmbandmuskel auftraten, nahezu ausgeschlossen. Die OP kann dann in Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. Das kosmetische Ergebnis im Hinblick auf sichtbare Narben ist hierbei deutlich besser.


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