Hightech aus Jülich auf Selhausener Acker
Von Redaktion [02.09.2010, 18.52 Uhr]

Wissenschaftler des Jülicher Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre-Agrosphäre können bald auf einem Versuchsacker bei Selhausen die Strahlungstemperatur messen. Dazu bauten sie ein L-Band Radiometer auf einem zehn Meter hohen Podest auf. Mit seiner Hilfe wollen die Forscher die Strahlungstemperatur und damit den Wassergehalt im Boden ermitteln.

Dahinter steht die Frage, wie die Oberflächenstruktur die Verdunstung aus dem Erdboden steuert. "Welche Prozesse im Boden die Verdunstung regeln, ist noch nicht genau erforscht", erläutert Dr. Lutz Weihermüller von den Jülicher Agrosphären-Forschern. "In Ländern mit Wassermangel wäre das Wissen aber wichtig, um die Verdunstung aus dem Boden zu regeln."

Das Institut führt außerdem mit einem mobilen Radiometer Feldmessungen auf unterschiedlichen Anbauflächen wie Zuckerrübe, Weizen, Raps und Mais durch. Diese Messungen sind Teil einer Kampagne der europäischen Weltraumbehörde ESA.

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Jülicher Forscher messen in dieser Kampagne mit dem Titel SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) mit eigenen Methoden die Bodenfeuchte. Per Satellit werden parallel dazu ebenfalls die Bodenfeuchte und der Salzgehalt der Ozeane gemessen und erfasst. Die Daten aus Selhausen werden erst im Forschungszentrum für Modellrechnungen genutzt und dann an die ESA weitergegeben, um die mit dem Satellit gewonnen Daten zu kalibrieren.

Das Radiometer ist ein passives Messgerät. Um die Bodenfeuchte zu bestimmen, werden in Fernerkundungsmissionen weltweit häufig aktive Radarsysteme eingesetzt. Deshalb beschäftigen sich die Jülicher Wissenschaftler mit einem weiteren Projekt, bei dem das aktive Radarsystem mit Radiometrie kombiniert wird. Dazu installieren sie beide Geräte auf einer bogenförmigen Konstruktion. "Wir vermessen den Boden dann mit beiden Systemen", sagt Weihermüller. "Die Messungen sollen Fragen beantworten, die in einer zukünftigen Mission der NASA mit dem Titel SMAP - Soil Moisture Active Passive - genutzt werden können." Die Wissenschaftler wollen damit herausfinden, wie sich die beiden Messsysteme zueinander verhalten und wie sie sich möglicherweise ergänzen.

Weitere Informationen zur Jülicher Agrosphären-Forschung:
http://www.fz-juelich.de/icg/icg-4/

Weitere Informationen zu SMOS:
http://www.esa.int/esaLP/LPsmos.html


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