Jungenaktion im Bonhoeffer-Haus

Kissenschlacht im Jülicher Wigwam
Von ars [21.06.2010, 08.11 Uhr]

„Es ist ein bisschen instabil. Du musst schauen, dass du das stabilisiert.“ Danny Büschgens, Jörn Greven und Martin Schnabel zeigen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus den zehn- bis zwölfjährigen Jungs genau, worauf es beim Bauen eines zünftigen Tomahawks ankommt. „Indianercamp für kleine Winnetous“ ist an diesem Freitag bei der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Jülich angesagt, und dazu gehört eben das passende Utensil.

Da stören die Kompromisse bei der Materialauswahl wenig. Neben Haselnussruten, weil diese leicht zu schälen und zu schnitzen sind, und Schnur gesellen sich Schaumstoff für die Klingen und Kreppband als Lederersatz. Damit die Optik stimmt, tauchen die jungen Krieger ihre Pinsel in die Farben und bestimmen so die passende „Waffenbemalung“. Der elfjährige Torben färbt seine Schneide schwarz: „Das erinnert an Silber.“ Der gleichaltrige Lukas verziert derweil seine Axt mit einer helleren Tönung: „Gelb erinnert an die Sonne und an das Fröhlich-Sein.“

Spontan erhält das Werkzeug eine neue Bedeutung: „Das ist eine Keule“, erklärt Kevin, ebenfalls elf, und fuchtelt damit wild in der Luft herum. „Indianer“ wird so zu einem zeitgeschichtlich äußerst dehnbaren Begriff. „Manche sind in der Steinzeit, andere in der Zukunft“, meint Danny Büschgens. In der Fantasie der Buben verwandeln sich die „Waffen“ im Handumdrehen in Fackeln oder Laserschwertern. „Ich finde das Thema sehr kindgerecht“, unterstreicht Jörn Greven, „es ist ein Abenteuer, durch das Land zu ziehen. Für die Kinder ist es etwas Besonderes, das sie nicht so oft erleben.“

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Gleichzeitig hat es den Anschein wie eine große Familie, allerdings ohne weibliche Beteiligung, mit Danny als Papa, Jörn als Opa und Martin als Onkel. „Ich finde es toll, dass wir sie so nennen können“, findet der elfjährige Björn. Allzu streng geht es nicht her, da dürfen die Jungs ruhig morgens eine Kissenschlacht machen und ihre Schlafburg aus Stühlen und Decken vor den Großen verteidigen. Ansonsten demonstrieren alle einen prima Zusammenhalt und teilen sich die Pflichten zwischen Einkaufen gehen, Spaghetti kochen und Tisch decken auf.

Da herrscht auch kein großes Murren, als tags darauf das Kanu Fahren im Brückenkopf-Park wegen Regens ausfällt. Kurzerhand werden blaue Säcke organisiert, Löcher für Kopf und Armen hineingeschnitten und als Regencape angezogen, und ab geht’s zum Fußballturnier. Hinterher sorgen eine Tasse heißer Tee und leckere Kekse im Bonhoeffer-Haus für wohlige Wärme, sowie Kicker, Billard und ein Tischtennisturnier für die rechte Ablenkung.

Im Sitzkreis ließen alle noch einmal die vergangenen Stunden Revue darüber passieren, was gut oder schlecht war. Gutes Wetter für das kommende Mal konnte niemand versprechen, aber das mit der Kissenschlacht lässt sich bestimmt noch einmal hinbekommen.


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