Theaterstück begeisterte

Jülicher Abiturientinnen nehmen mit auf den "Moonwalk"
Von Redaktion [22.06.2010, 08.01 Uhr]

Dafür gab es sogar eine Sondervorstellung und unterrichtsfrei: MIt ihrem selbstverfassten, unter Eigenregie einstudierten und präsentierten Stück "Moonwalk" überzeugten Leonie Sowa und Maria Mock, Abiturientinnen des Mädchengymnasiums in Jülich derart, dass Schulleiterin Maria Bardenheuer eine dritte Aufführung zur Schulzeit ansetzte.

„Schreiben ist Sehnsucht nachdem was war, was ist und was sein könnte.“, betonten Maria Mock (li.) und Leonie Sowa (re.) nach erfolgreicher Inszenierung ihres ersten selbstgeschriebenen Theaterstücks.

„Schreiben ist Sehnsucht nachdem was war, was ist und was sein könnte.“, betonten Maria Mock (li.) und Leonie Sowa (re.) nach erfolgreicher Inszenierung ihres ersten selbstgeschriebenen Theaterstücks.

Die beiden Autorinnen präsentierten eine Welt, in der das Individuum nichts zählt, die Menschen nur noch funktionieren sollen und zu namenlosen Leistungsapparaten und konsumwütigen Verbrauchern erzogen und lediglich durch Nummern betitelt werden.

Kunst, Poesie, Schauspiel, Bilder, Tanz oder Musik haben in diesem System keinen Platz. Fünf Schüler entdecken in dieser Welt genau jene Dinge, die nach Wunsch des Systems unentdeckt bleiben sollten. Die Schülerinnen 1890 (Dominique Bataille), 1432 (Leonie Sowa), 2001 (Kerstin Engels), 1933 (Maria Mock) und 1842 (Philipp Andrzejewski) werden von Musik, Poesie und Kunst gefesselt, obwohl sie wissen, dass sie sich mit etwas strengstens verbotenem beschäftigten. Den Schülern stellt sich die Sinnfrage des Systems, die Sinnfrage eines mathematisch ausgerichteten Unterrichts mit der strengen Lehrerin 23 (Tanja Bertram).

Sie finden Aufzeichnungen über das vergangene System, ein System in dem Menschen sich mit Künsten auseinandersetzen konnten und Werte wie Freundschaft und Familie zählten.

Werbung

Die Vergangenheit wird für sie zum Zukunftswunsch und sie fassen den Entschluss, den Menschen in ihrer Gesellschaft zu zeigen, dass es mehr im Leben gibt, als Konsumenten und Produzenten. Unterstützung erhalten sie aus dem Regime: ein Offizier (Akram Idrissi) hilft den Schülerinnen, in die Zentrale des Systems zu gelangen, von der aus die Schüler den Menschen durch Musik zeigen wollen, dass sich ihre Strukturen verändern müssen. Dieser Versuch endet tödlich für Schülerin 1432, sie wird vom Führer (Wolfgang Schulz) erschossen.

„Wir hofften mit unserem Stück einen Spiegel zu formen, in den die Menschen ihre eigene Angst vor dem wachsenden Leistungswahn der Gesellschaft, aber auch ihre Sehnsucht nach aufrichtiger Freundschaft und den Wunsch sich selbst auszudrücken, wiedererkennen werden“, betonten Maria Mock und Leonie Sowa.

Ihr Stück konnte sowohl inhaltlich als auch in Inszenierung und Darstellungsleistung voll überzeugen. Zudem führt das Stück schonungslos vor Augen, dass es Dinge im Leben der Menschen gibt, die es zu bewahren gilt.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung