Vier Messflüge bis Juni

Jülicher Forscher kontrollieren Weltraum-Daten
Von Redaktion [12.05.2010, 09.26 Uhr]

Das Forschungsflugzeug besuchen und mit den Forschern ins Gespräch kommen können Interessierte an Christi Himmelfahrt in Bonn

Das Forschungsflugzeug besuchen und mit den Forschern ins Gespräch kommen können Interessierte an Christi Himmelfahrt in Bonn

Seit November 2009 umkreist ein neuer Forschungs-Satellit der Europäischen Weltraumagentur ESA die Erde. Mit Messflügen über dem Rur-Erft-Gebiet überprüfen Jülicher Forscher die Qualität seiner Messdaten zum globalen Wasserkreislauf.

Der Wasserkreislauf ist Teil des Energie- und Wärmehaushalts der Erde und damit auch entscheidend bei Veränderungen des Klimas. Zu vier Messflüge werden die Jülicher Forscher zusammen mit Kollegen aus Finnland und Dänemark bis Mitte Juni vom Flugplatz Bonn-Hangelar aus starten.

"Wir starten mit einer Sondergenehmigung in den frühen Morgenstunden", sagt Dr. Carsten Montzka vom Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre, Bereich Agrosphäre. "Damit überfliegen wir die Region zur gleichen Zeit wie der ESA-Satellit - nur viel niedriger." In 2000 Metern Höhe wird das finnische Forschungsflugzeug radiometrisch die Bodenfeuchte erfassen. Gleichzeitig messen Jülicher Wissenschaftler diesen Parameter in mehreren Testgebieten innerhalb des überflogenen Gebietes direkt am Boden. Mit gesammelten Daten überprüfen die Forscher dann die Genauigkeit der Satellitenmessungen.

Die Jülicher Messungen sind Teil einer internationalen Kampagne, in der die Messungen des ESA-Satelliten SMOS validiert werden. SMOS steht für Soil Moisture and Ocean Salinity und ist der Name der Fernerkundungsmission, die im November 2009 startete.

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Die Daten des Satelitten überprüfen Jülicher Forscher in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Finnland und Dänemark

Die Daten des Satelitten überprüfen Jülicher Forscher in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Finnland und Dänemark

Aus knapp 800 Kilometern Höhe misst SMOS radiometrisch die Bodenfeuchtigkeit und den Salzgehalt der Ozeane. "Zu beiden Parametern gibt es bislang nur ungenaue oder regional begrenzte Daten, obgleich sie Schlüsselfaktoren im globalen Wasserkreislauf sind", sagt Montzka. Die Bodenfeuchte etwa bestimmt, wie schnell Pflanzen wachsen oder sich zersetzen und steuert damit auch den Kohlenstoffkreislauf. Der Salzgehalt der Ozeane beeinflusst unter anderem die Meeresströmungen.

Derzeit vergleichen 39 Forschergruppen weltweit die SMOS-Daten mit Messungen aus Flügen und Bodenbeobachtungen. Gefördert werden die Untersuchungen von der ESA, die deutschen Aktivitäten außerdem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Am Donnerstag, den 13. Mai, haben Interessierte von 11 bis 14 Uhr die Möglichkeit, auf dem Flugplatz Bonn-Hangelar das Forschungsflugzeug zu sehen und die Wissenschaftler zu den Messflügen zu befragen.


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