Presseerklärung des Vorstandes von SC Jülich 1910/97
Von Vorstand SC Jülich 10 [13.09.2008, 10.38 Uhr]

Neuanfang bei Jülich 10 – Insolvenzantrag und Zukunftsperspektive

Für den Traditionsverein Jülich 10 steht ein Neuanfang bevor. Der am 18. Juni 2008 gewählte Vorstand hat die Eckpunkte eines neuen Zukunftskonzeptes für den Traditionsverein vorgelegt.

Erstes Ziel ist es, die erfolgreiche weit über die Grenzen Jülichs hinaus bekannte Jugendarbeit des Vereins mit einer Vielzahl von Mannschaften in allen Altersgruppen zu stärken. Das jährliche Jugendcamp wird auch in Zukunft eine Säule der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sein. Langfristig, so Michael Lingnau, ist eine erfolgreiche Jugendarbeit natürlich auch Voraussetzung für sportlichen Erfolg der ersten Mannschaft.

In den letzten Wochen hat der Vorstand viele Gespräche mit Unternehmern und Privatpersonen geführt, die allesamt die Bereitschaft erklärt haben, die Vereinsarbeit zu fördern. Voraussetzung ist jedoch der Umbau des Vereins in einen modernen Sportverein mit einer klaren Trennung zwischen vereinsrechtlichen Anforderungen und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb, genauso wie es eine unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunftsarbeit ist, dass Nebeneinander von unklaren Kompetenzen und unterschiedlicher Kassen zugunsten einer einheitlichen Geschäftsführung zu beenden.

Der Vorstand wird in den nächsten Wochen eine neue Satzung vorlegen sowie einen Wirtschaftsplan, der erstmals seit vielen Jahren wieder eine verlässliche Grundlage der Einnahmen und Ausgaben darstellt.

Bei der Wahl zum neuen Vorstand war bekannt, dass es wirtschaftliche Schwierigkeiten geben würde, der Vorstand ist jedoch völlig überrascht gewesen, als er das tatsächliche Ausmaß der Misswirtschaft der vergangenen zehn Jahre aufgearbeitet habe, so Schatzmeister Claus Nürnberg. Aus einem kleineren vierstelligen Betrag wurde zwischenzeitlich ein Schuldenberg, der sich einer sechsstelligen Summe annähern könnte.

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In den vergangenen Wochen habe man bittere Gespräche mit Finanzamt, Stadt und Banken geführt, so der stellvertretende Vorsitzende Elmar Fuchs, die ein Ausmaß von Inkompetenz des alten Vorstandes an den Tag gebracht hätten, das schlichtweg unvorstellbar ist. Über viele Jahre wurden Steuererklärungen nicht oder nicht vollständig abgegeben, die Gemeinnützigkeit aufgegeben, unzulässige Barkassen geführt, Belege nicht aufbewahrt und vieles andere mehr. Umsatzsteuerzahlungen sind nicht geleistet worden, Gewerbesteuer, Lohnsteuer und Körperschaftssteuer sowie weitere Verbindlichkeiten bei Banken hätten den gesamten Spielbetrieb aller Mannschaften in erheblichem Maße gefährdet. Die über viele Jahre gemachten Fehler kann auch ein neu gewählter Vorstand nicht ungeschehen machen. Trotz großer Kooperationsbereitschaft der Finanzbehörden oder der Sparkasse ist die Fortsetzung des Spielbetriebes und die Rettung der wichtigen Jugendarbeit nur möglich durch die Einleitung eines Insolvenzverfahrens. Nur so kann der notwendige Neubeginn auf allen Ebenen eingeleitet werden.

Die Einleitung eines Insolvenzverfahrens ist überdies auch aus rechtlichen Gründen zwingend erforderlich. Hätte der amtierende Vorstand den Antrag nicht gestellt, wäre nicht nur die Fortsetzung des Spielbetriebes und der Fortbestand der Jugendabteilung gefährdet gewesen, der Vorstand hätte sich der Gefahr ausgesetzt, auch strafrechtlich belangt zu werden wegen des Verdachts der Insolvenzerschleppung.

So bitter dieser Schritt für den Verein ist, zumal er nach 1997 nun bereits zum zweiten Mal erfolgt, so notwendig ist jetzt eine radikale Neubesinnung.

Es geht nun darum, die engagierten ehrenamtlichen Betreuer zu motivieren, ihr Engagement nicht einzustellen, sondern darum gemeinsam die Zukunftschancen zu nutzen. Bereits in den nächsten Tagen werden alle Betreuer und Trainer durch den Vorstand informiert.

In Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter wird es voraussichtlich Ende Oktober 2008 eine Mitgliederversammlung geben, in der das neue Konzept vorgestellt wird. Ziel ist es, für einen zukunftsfähigen Verein nicht nur den Namen Jülich 10 zu bewahren, sondern auch mit Hilfe neuer Vereinsstrukturen Sponsoren und Förderer zu gewinnen, auch in Zukunft den Jülicher Traditionsverein zu stützen.

Mit Sicherheit wird es in den nächsten Wochen auch eine Aufarbeitung des Fehlverhaltens des alten Vorstands geben müssen. Hierfür wird sicher auch der neue Insolvenzverwalter Sorge tragen.

Es kann jedoch nicht nur darum gehen, nun nur den Blick zurück zu werfen, sondern entscheidend ist es, den Verein zukunftsfähig in das Jubiläumsjahr 2010 zu führen.

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