Laudatio für den Preisträger Alwin Reiche
Von Axel Fuchs [06.02.2017, 21.48 Uhr]

Sehr geehrter Herr Reiche, sehr geehrte Damen und Herren, nun habe ich die ehrenvolle Aufgabe, den dritten Preisträger des heutigen Tages, Herrn Alwin Reiche zu würdigen.

Ich habe mich also gefragt, was verbindet man in Jülich mit dem Namen „Alwin Reiche“? Die ersten Stichworte, die mir in den Sinn kamen, waren „Polizei“ und „Wandern“.

Der Jülicher Alwin Reiche war Polizist. Dieses Thema hat ihn über seine aktive Dienstzeit hinaus sehr interessiert. Unter dem Titel „Vom bewaffneten Hausmann zum Polizisten“ hat er die Geschichte der Jülicher Landdragoner in einem umfangreichen Buch aufgearbeitet. Diese Vorgänger der Polizei wurden 1779 in den Herzogtümern Jülich und Berg erstmals im Bereich des heutigen Landes NRW als selbständige Einheiten, losgelöst vom Militär und den örtlichen Verpflichtungen, ins Leben gerufen.

Das Stichwort „Wandern“ bedarf einer detaillierten Betrachtung. Lieber Herr Reiche, es wäre interessant zu erfahren, wie viele Kilometer Sie in Ihrem Leben gewandert sind.

Sie waren als Wegewart für den Jülicher Eifelverein unterwegs.

Sie waren Ideengeber und Ausführender der Jülicher Rundwanderwege. Vor Jahren von Ihnen erdacht und realisiert, begleiten Sie deren Betreuung heute immer noch. Ich kann diese Rundwanderwege Ihnen allen und jedem Gast in Jülich nur wärmstens empfehlen um unsere Stadt kennenzulernen oder einfach mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Als ausgebildeter Naturführer haben Sie unzähligen Kindern und Erwachsenen die Natur erklärt. Mir scheint, dass Sie auf der Sophienhöhe jeden Strauch und jeden Pfad kennen. Insbesondere den Kindern haben Sie unseren Hausberg mit seiner Flora und Fauna nahe gebracht. Entsprechende Führungen waren stets gut besucht. Zahlreiche Kita-Gruppen haben mit Ihnen die Sophienhöhe erkundet.

Aber auch zum Beispiel das Hohe Venn scheinen Sie zu kennen, „wie Ihre Westentasche“. Kolleginnen aus dem Rathaus haben mir von einem gemeinsamen Ausflug ins Hohe Venn Ende der 90er Jahre berichtet. Sie erzählten mit so viel Begeisterung und detailliert von der Wanderung auf Holzstegen, dem gemeinsamen Testen eines „Moor-Trampolins“ oder den von Ihnen gezeigten wilden Orchideen, die man alleine sicher übersehen hätte, dass ich dachte, Sie seien erst vor wenigen Tagen gemeinsam unterwegs gewesen. Sie haben offensichtlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Preisübergabe an Alwin Reiche (v.l.n.r.)  durch Vereinsvorsitzenden Wolfgang Hommel und Bürgermeister Axel Fuchs.

Preisübergabe an Alwin Reiche (v.l.n.r.) durch Vereinsvorsitzenden Wolfgang Hommel und Bürgermeister Axel Fuchs.

Dies macht eindrucksvoll deutlich, dass Sie lieber Herr Reiche Natur nicht nur erklären, Sie machen Sie erlebbar.

Als Mitschöpfer der Pilz-AG der VHS Jülicher Land haben Sie einen weiteren Aspekt der Natur in unserer Umgebung den Menschen nahe gebracht.

Dazu nutzen Sie auch moderne Hilfsmittel. So waren Sie von Anfang an im Projekt „Senioren ans Netz“ aktiv und haben in dem entsprechenden Lenkungskreis Ihr Können eingebracht. die Interessen von Senioren ins Netz haben Sie im Seniorenbeirat vertreten.
Mehrfach haben Sie mit Interessierten Senioren von Senioren ins Netz – wie könnte es anders sein – Wanderungen unternommen. Diese wurden dann mit Bild und Text für das Internet aufbereitet.

Auch Veranstaltungen des Seniorenbeirats haben Sie über Jahre mit der Kamera und entsprechenden Berichten begleitet.

Bis heute sind Sie in diesen Bereichen aktiv dabei, wenn auch, Ihrem Alter geschuldet, etwas ruhiger als früher.

Lieber Herr Reiche, ich danke Ihnen herzlich für dieses über lange Zeit in verschiedenen Bereichen gezeigte große Engagement für unsere Stadt.

Es freut mich sehr, dass ich Ihnen heute als Dank und Anerkennung für die besonderen Verdienste um unsere Stadt und das herausragende Engagement den Stadtmarketing – Preis 2017 überreichen darf.

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