Geschichte des Eifelvereins Jülich
Von Redaktion [25.03.2009, 05.43 Uhr]

Aus bescheidenen Anfängen heraus hat der Verein sich im Laufe von 100 Jahren zu einer starken Gemeinschaft entwickelt, die Ende Dezember 2008 insgesamt 480 Mitglieder zählte, darunter 34 Jugendliche. Seit 1995 bietet der Eifelverein Jülich jährlich rund 190 Veran-staltungen an, die von durchschnittlich 5500 Teilnehmern angenommen werden. Den Hauptanteil bilden die von zur Zeit 27 bewährten Wanderführerinnen und Wanderführern geleiteten Wanderungen, die allesamt das Ziel verfolgen: „Natur erleben und Natur bewahren.“

Der erste gedruckte Wanderplan wurde für das Jahr 1951 erstellt. Er umfasste 10 Wande-rungen, die – wie schon in den Gründerjahren – ausschließlich an Sonn- und Feiertagen statt-fanden. Diese Tradition wird heute fortgesetzt von der Gruppe der eifrigen Sonntags-wanderer. Mittwochs-Tageswanderungen gibt es beim Eifelverein Jülich seit 1973, zunächst in 14-tägigem Rhythmus. Steigende Teilnehmerzahlen bei den immer beliebter werdenden Mittwochswanderungen machten bald die Einrichtung einer zweiten Tagesgruppe erfor-derlich. Seit 1995 sind die beiden Gruppen im wöchentlichen Wechsel auf Wanderschaft.

Das größte Wandererkontingent in den letzten 25 Jahren hat die Gruppe der Mittwochs-Nachmittagswanderer gestellt. Zunächst nur als Kurzwanderungen „Rund um Jülich“ für Senioren während des Sommerhalbjahres eingeführt, sind die Halbtagswanderungen am Mittwochnachmittag längst ganzjährig zum festen Bestandteil des Veranstaltungsprogramms geworden - kurze Wanderstrecken, bei denen hauptsächlich die Geselligkeit gepflegt wird. Radwanderungen in der wärmeren Jahreszeit erfreuen sich großer Beliebtheit und finden guten Zuspruch. Außerdem unternimmt der Verein in jedem Jahr mehrtägige Wanderreisen, die – da vereinsintern geplant, organisiert und von erfahrenen eigenen Wanderführern durchgeführt – auch für jedermann erschwinglich sind. Jüngster Spross der Jülicher Eifelvereinsfamilie ist die 1996 gegründete Familienwandergruppe. Sie wartet mit einem eigenen Jahresprogramm auf, das dem Tatendrang und der Erlebnisfreude von Kindern und Jugendlichen Rechnung trägt und zugleich Respekt vor der Natur vermittelt.

Werbung

Als Heimatverein beteiligt sich die Ortsgruppe Jülich mit einem ausgesuchten Programm am Veranstaltungsangebot der Stadt. Viele Jahre lang erfreuten sich Lichtbildervorträge über die engere Heimat und über ferne Länder und Kulturen großer Beliebtheit, heute sind es vor allem die Vereinsabende im Advent sowie Exkursionen zu besonderen Zielen, die viel Zuspruch erfahren.

Kooperationsbereitschaft und sozialer Einsatz zeichnen den Jülicher Eifelverein seit jeher aus. Für ältere, oft einsame Menschen ist der Eifelverein ein wichtiger Partner. Insbesondere betagte Bürger schätzen ihn als willkommene „Anlaufstelle“ zur Kontaktnahme. Bei stressfreier Bewegung in der frischen Luft erkunden sie das Landschaftsbild der Heimat im Kreise Gleichaltriger. Die vereinsinterne Kontaktpflege geht auch über die aktive Zeit des Wanderns hinaus. Bei Besuchen anlässlich runder Geburtstage ist es beeindruckend zu erfahren, wie groß Freude und Begeisterung bei hochbetagten Wanderfreunden sind, wenn die Rede auf vergangene glückliche Wandertage und Wanderreisen kommt.

Im Laufe von 100 Jahren haben den Eifelverein Jülich insgesamt zehn Vorsitzende geleitet, davon vier in den letzten 25 Jahren. Willi Pelzer übte nach vorangegangener 26-jähriger Tätigkeit als Wanderwart das Amt des 1. Vorsitzenden zwölf Jahre lang (1982-1994) aus. Die „Ära Pelzer“ ist in besonderer Weise gekennzeichnet durch Rückbesinnung auf die zentrale Bedeutung des naturnahen Wanderns. Nachdem Adolf Brockob das Amt des 1. Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen schon nach knapp zweijähriger Tätigkeit zur Verfügung stellen musste, wurde 1996 mit Susanne Lehmann zum erstenmal eine Frau an die Spitze des Vereins gewählt.

Durch Gründung einer zweiten Mittwochs-Tagesgruppe und den Aufbau einer Jugendwandergruppe hat sie die Ortsgruppe auf eine breite, dauerhaft tragfähige Basis gestellt. Ihr folgte Anfang 2003 der langjährige Heimat- und Kulturwart Bernd Flecke. Durch Weiterführung bewährter Strukturen und behutsame Einleitung von Modernisierungsmaßnahmen will er den Eifelverein Jülich so weiterentwickeln, dass er auch im 21. Jahrhundert bestehen kann. Nur in Teamarbeit und durch Einsatz moderner digitaler Hilfsmittel bleibt die Arbeit des Vereins leistbar. Seit Jahrzehnten unentbehrliche, weil alle Mitglieder erreichbare Informationsquelle ist der Wanderplan „Komm mit!“, der zusammen mit den allwöchentlich veröffentlichten Vereinsaktivitäten die aktuelle Information der Vereinsmitglieder auf herkömmlichem Wege sicherstellt. Durch Freischaltung ihrer Homepage ist die Ortsgruppe seit Mai 2007 im Internet vertreten und präsentiert sich unter der Adresse www.eifelverein-juelich.de der Öffentlichkeit „weltweit“ in Wort und Bild.

Als erfolgreich tätiger Traditionsverein mit Kompetenz fürs Wandern leistet der Eifelverein Jülich Jahr für Jahr wertvolle Arbeit für die Bürger und hat sich als Heimatverein zudem seit Jahrzehnten um Geselligkeit und Kontaktpflege verdient gemacht. Wünschenswert ist, dass er das bisher gezeigte, ausnahmslos ehrenamtlich erbrachte Engagement auch im 2. Jahrhundert seines Bestehens weiterführt.

Zurück zum Artikel


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2019 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Das JüLicht geht im "Herzog" auf
Das "JüLicht" ist Geschichte – es geht ab sofort im "Herzog" auf – und diesmal gibt es die neuesten Nachrichten nicht nur täglich frisch im Internet, sondern auch jeden Monat als neues Stadt- und Kulturmagazin in gedruckter Form. Wir – Muttkraat, Medien- und Kommunikationsdesigner Hacky Hackhausen und Herzens-Jülicherin und Journalistin Dorothée Schenk – haben fast drei Jahre lang an der „Fusion“ des „kleinen Herzog“, das bis Ende 2017 als Kulturmagazin im Taschenformat erschienen ist und dem Internetmagazin „JüLicht“ geplant und gefeilt.  [30.01.2018, 14.41 Uhr]  >>

Stadtteile

Kita „Die kleinen Strolche“: Jubiläumsfeier eine Woche lang [26.04.2017, 13.58 Uhr]  >>
Im Heckfeld Geschmack am Glauben finden [09.04.2017, 14.12 Uhr]  >>
Kölsche Nacht beim Jülicher Stadtfest [09.04.2017, 12.47 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung