Schulausschuss

Sekundarschule für nächstes Jahr auf den Weg gebracht
Von tee [22.11.2011, 15.21 Uhr]

Für eine Gesamtschule demostrierten Mutter und Tochter aus Barmen im Schulausschuss - bis Dezernentin Katarina Esser sie darauf hinwies, dass Demonstrationen in Ausschüssen untersagt sind.

Für eine Gesamtschule demostrierten Mutter und Tochter aus Barmen im Schulausschuss - bis Dezernentin Katarina Esser sie darauf hinwies, dass Demonstrationen in Ausschüssen untersagt sind.

Die Entscheidung für die Sekundarschule Jülich ist gefallen. Allerdings nicht am Montag, 21. November, in der Schulausschuss-Sitzung, sondern bereits im Haupt- und Finanzausschuss am 13. Oktober (Jülicher Zeitung vom 21.10.2011 So erfuhren es die anwesenden Eltern.

Zur Sitzung waren sie gekommen, um sich zu informieren und nach der Informationsveranstaltung zum Thema Sekundarschule am Freitag, 18. November, Politik und Verwaltung zu signalisieren, dass sie mit deren Vorgehen nicht einverstanden sind. Wohl gemerkt: Die Stimmung der Eltern ist dabei meist gar nicht gegen die Sekundarschule – sie wendet sich gegen schnelle Entscheidungen und Ignoranz gegenüber dem Elternwillen.

Diesen sahen sie am Montag einmal mehr übergangen. Die Äußerung „wir wollen die Eltern mitnehmen“ klang in ihren Ohren hohl angesichts der Aussage von Lambert Schmitz (CDU): „Wir haben alle einstimmig in der Sitzung am 23. September und 13. Oktober für die Sekundarschule gestimmt.“ Laut Beschluss startet sie 2012/13 und Haupt- und Realschule laufen bis 2017 aus. Seit einem halben Jahr, so erklärte Helga Borrowski (SPD), hätte sich ein Arbeitskreis aus Politik, Verwaltung und Schulverwaltung mit Planung und Konzept beschäftigt. Mit allen Beteiligten seien die Rahmenbedingungen abgestimmt worden. Eine weitere überraschende Information für die Eltern.


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Kritik hagelte es unisono von den Fraktionen für die Grünenvertreterinnen, die die Elternbekundungen am Freitag ins Feld führten – frei nach dem Brecht-Zitat: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ Zu viele, wie Almuth Wagner meinte, so dass zu überlegen sei, die Entscheidung über den Start der Sekundarschule zu vertagen. Stets, so die Sozialdemokratin Borrowski, würden die langsamen Entscheidungen des Rates kritisiert, jetzt wolle man eine zügige Entscheidung herbeiführen und es wäre auch nicht richtig. Alfred Hermes (CDU) hob hervor, dass eine Sekundarschule alle Vorteile einer Gesamtschule ohne Oberstufe hätte und die Kooperation mit den Gymnasien wie dem Berufskolleg den Schulabgängern mehr Möglichkeiten eröffnen würde. Eine Konzeption zu entwickeln sei nicht vonnöten, da die Inhalte alle vorgegeben seien.

Der Einwurf von Emily Willkomm-Laufs, dass ein zeitgleicher Start 2012/13 in Abstimmung mit den Nachbarkommunen beschlossen worden sei, um Grabenkämpfe zwischen den Schulen zu vermeiden, wurde vom Tisch gewischt. Aldenhoven hat in seiner Sitzung am 10. November eine Vertagung der Sekundarschule auf das Schuljahr 2013/14 entschieden.

Eingestielt wurden in dieser Schulausschuss-Sitzung ebenfalls die baulichen Veränderungen. Architekt Hans-Karl Schüssler stellte vor, wie das Schulzentrum für die Sekundarschule wie die Integration der Musikschule vorbereitet werden muss. Er betonte, dass Entscheidungen jetzt gefällt werden müssten, um den Zeitplan nicht zu gefährden. Fertigstellung soll 2014 sein.

Letztlich wurde nach der Beschlussvorlage abgestimmt: Mit einer Enthaltung und einer Gegenstimmung wurde der „Bericht zustimmend zur Kenntnis genommen“, wie es in der Vorlage heißt.

Eine Sondersitzung des Schulausschusses mit anschließender Ratssitzung zum Thema wurde für den 20. Dezember festgesetzt.

Lesen Sie hierzu den Artikel in der
Jülicher Zeitung/Jülicher Nachrichten vom 22. November 2011


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