Weltfrauentag

Barmen: Malwunsch frei für 1+ in Latein
Von Britta Sylvester [08.03.2017, 08.24 Uhr]

Malen und zeichnen sind ihre große Leidenschaft und sie ist Lehrerin. Klar, dass sie Kunst unterrichtet oder? „Nein, ganz sicher nicht“, lachend wehrt Jenny Dolfen diese Idee ab. „Ich habe mich ganz bewusst dagegen entschieden“, erläutert die Pädagogin. Englisch und Latein unterrichtet sie am Gymnasium Haus Overbach, ihrer großen Leidenschaft, der Kunst, frönt sie als freiberufliche Illustratorin.

„Ich hätte es nicht ertragen, das was ich liebe, jemandem zu vermitteln, der mit null Bock auf mein Herzblut reagiert“, so die einleuchtende Begründung für diesen Weg. Und so teilt Jenny Dolfen ihren Alltag zwischen ihren beiden Berufen – und den Kindern plus Ehemann - auf. Mit zarten Pinselstrichen illustriert Fantasyfan Dolfen Geschichten von J.R.R. Tolkien, aus dem Star Wars-Universum oder rund um Zauberlehrling Harry Potter.

Sogar ein eigenes Buch ist ihrer Feder bereits entsprungen: „Darkness over Cannae“ heißt die Geschichte, die an einem einzigen verhängnisvollen Tag spielt, am 2. August im Jahre 216 vor Christi. Der illustrierte Roman berichtet von der Schlacht bei Cannae, in der Römer und Karthager aufeinander trafen. Dieses Buch lässt sich doch sicherlich im Lateinunterricht wunderbar nutzen? „Oh nein, ganz sicher nicht, die Geschichte ist viel zu blutig“, ein wenig grinsen muss die Lehrerin angesichts dieses Versuchs ihre beiden Berufe nun doch unter einen Hut zu bekommen.

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Mehrere Monate hat Jenny Recherche, für jedes noch so kleine Detail an der Ausrüstung der römischen und kar- thagischen Protagonisten hat Dolfen akribisch nachgeforscht. Das aus gutem gut sieben Monaten waren auch die Illustrationen fertig, das Buch konnte erscheinen. Und nun, gibt es ein aktuelles Projekt? Jenny Dolfen schüttelt den Kopf: „Nein, nichts derar- tiges.“ Zeichenstift und Pinsel ??„Darkness over Cannae“ Dolfen an ihrem Buch gearbei- tet, das eigentliche Schreiben war schnell erledigt: „Rund einen Monat habe ich an der Geschichte geschrieben.“

Die Hauptarbeit machte diehat abends um neun das Telefon geklingelt und der Anrufer hat mir lang und breit erläutert, dass der Helm falsch ist“, heute kann Jenny Dolfen darüber schmunzeln. Nach Grund, denn Kritiker sind schnell auf den Plan gerufen. Da passierte es schon mal, dass vorab im eigenen Webblog veröffentliche Zeichnungen abendliche Anrufe provozierten. „Einmal legt sie dennoch nicht aus der Hand: „Ich könnte nicht nicht zeichnen. Damit wäre ich total unglücklich.“

Und so lässt sich tatsächlich doch noch eine Verbindung zum Lehreralltag finden: „Wenn meine Schüler, also die jüngeren, eine Eins plus im Vokabeltest schaffen, dann haben sie einen Malwunsch frei.“ Eine Einschränkung allerdings gibt es. „Ich male alles, es darf nur keine Räder haben“, schmunzelt Jenny Dolfen. Einen Eindruck von Jenny Dolfens Kunst gibt es auf ihrem Blog unter www.goldseven.de: Hier tummeln sich spitzohrige Elfen, blutdurstige Römer
kurz vor der Schlacht und ein schlafender Smaug auf seinem kostbaren goldenen Bett.


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