"Schule" sollte in der Familie nur ein schönes Thema sein
Von Angelika Lafos [08.07.2016, 10.11 Uhr]

Eins ist gewiss: In meiner Schulzeit war ich keine Streberin. Ich kenne mehrere weiterführende Schulen in Jülich als Schülerin und habe viele Schulkameraden aus dieser Zeit, mit denen ich heute gut zusammen arbeite, da sie einige Ämter und Positionen in Jülich bekleiden, die für meine jetzige Tätigkeit wichtig sind. Dieses gute Netzwerk hilft unglaublich beim Aufbau unserer Sekundarschule und dadurch auch meinen Schülerinnen und Schülern. Also hatte alles seinen Sinn und Zweck!

Als ich zur Schule ging, gab es bei uns zu Hause vor den Osterferien fast immer Post in blauen Umschlägen, die meine Eltern nicht erfreute. Ich war kein Einzelkind! Aber wenn es mich betraf, bedeute diese Nachricht an meine Eltern für mich, bis zu der Zeugniskonferenz durchzustarten.

Wie schon gesagt: Ich war keine Streberin. Meine Nachmittage verbrachte ich beim Lesen der vielen Bücher, die ich in der Stadtbücherei ausgeliehen hatte. Wo blieb da die Zeit zum Lernen?

Das ging so lange gut, bis meine Mutter meinte, sie müsse in der Bücherei anrufen und meinen Bücherkonsum von fünf Büchern pro Woche auf zwei Bücher beschränken, damit meine Noten besser würden.

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Als ich elf Jahre alt war, wurde meine Schwester geboren und die Beschäftigung mit ihr war um ein Vielfaches interessanter als die Beschäftigung mit dem Lernen von Vokabeln und anderen Hausaufgaben oder geschweige mit dem Vorbereiten von Klassenarbeiten. Wo blieb da die Zeit zum Lernen?

Wie schön war es damals mit dem Rad nach Hause zu fahren, sich an den gedeckten Tisch zu setzen und sich anschließend in das eigene Zimmer zu verkrümeln und zu lesen bis der Kuchen oder das Weißbrot gebacken war und der Duft mich wieder ins Wohnzimmer lockte, wo meine Geschwister und ich mit unseren Cousins und Cousinen und unseren Müttern einige lustige und gemütliche Nachmittagsstunden bis zum Abend verbrachten. Wo blieb da die Zeit zum Lernen?

Auf dem Weg nach Hause, eine fünf in der Tasche, stellte ich mir vor, wie viele Länder es auf der Erde gibt und dass überall ganz viele Menschen leben und dass diese kleine Fünf in meiner Tasche meine Welt nicht zum Wackeln bringen würde…. Und das stimmte immer. Meine Eltern schüttelten ungläubig mit dem Kopf, als sie die Arbeit/en sahen. Sie blieben jedoch hartnäckig der Ansicht, dass ich intelligent sei und meinen Weg schon machen würde. „Intelligenter Faulenzer“ eben!


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